Der German Speakers Global Award und seine Genese

2014 wurde erstmals in der Geschichte der GSA der German Speakers Global Award verliehen. Mit dieser internationalen Auszeichnung bedachte die GSA den Dalai Lama für seine außergewöhnliche Art, Menschen gleich welcher Kultur, Religion oder Nationalität mit Worten zu berühren. Wie kein anderer inspiriert der Dalai Lama die Herzen der Menschen in der ganzen Welt. Worte der Erinnerung, Worte der Mahnung, Worte der Hoffnung und Versöhnung – dafür steht das geistige Oberhaupt der Tibeter.

 

Bereits während seiner Deutschlandtour im Frühsommer 2014 hatte er die Auszeichnung entgegengenommen und per Videobotschaft seinen Dank an alle Anwesenden der diesjährigen Convention im September überbracht.

 

Um diesem herausragenden Preis auch in seiner Erscheinung eine besondere Note zu verleihen, wurde der heute in Mechernich lebende Bildhauer und Konzeptkünstler Hermann J Kassel mit dessen Entwurf und Anfertigung beauftragt.

 

Seine außergewöhnliche künstlerische Arbeit und Herangehensweise hatte Kassel Anfang des Jahres bei dem 10-jährigen Jubiläum der Petersberger Trainertage wieder eindrucksvoll präsentiert. Er begleitete den Kongress mit einer künstlerischen Intervention und ließ gemeinsam mit den Besuchern die „Petersberger Edition“ entstehen. Mit einem Brandstempel konnten sich die Besucher in der Gemeinschaftsarbeit verewigen und sich dabei mit der Frage „und du?“ auseinandersetzen. Sie hatten außerdem die Möglichkeit sich ihr ureigenes „und du?“ zu stempeln und das mit einem Schlagstempel vom Künstler signierte und editierte Unikat nach Hause zu tragen.

 

Im Jahr 2000 entwickelte Hermann J Kassel „take part in art“©, ein Workshop-Format für künstlerische Interventionen, das er für und mit Unternehmen, Institutionen, Ministerien und Stiftungen durchführt. Ziel der Interventionen ist es, relevante unternehmerische Fragestellungen künstlerisch gemeinsam mit den Teilnehmern zu bearbeiten, hierdurch Perspektivwechsel und Gestaltungskompetenzen zu fördern und nicht zuletzt kreative Impulse für die Gestaltung einer Unternehmenskultur zu erhalten. Die während der Workshops geschaffenen Arbeiten verbleiben dauerhaft und nachhaltig wirksam als geistig-emotionale Anker, Reflektionsebenen und physischer Ausdruck der Unternehmenskultur an einem repräsentativen Ort. Zu seinen Kunden gehören unter anderen die Alfred Ritter GmbH & Co. KG, die Deutsche Telekom AG Köln/Bonn, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die GETRAG FORD Transmissions GmbH und die Robert Bosch GmbH.

 

Für die Gestaltung des German Speakers Global Award 2014 stellte sich Hermann J Kassel die Frage, worum es beim Sprechen eigentlich geht und was dem Wort und der guten Rede zugrunde liegt und vorausgeht. Dabei rückte das Hören, das Empfangen in den Mittelpunkt der Überlegungen. Es ist das offene Wahrnehmen, Hinhören und Reflektieren, dass zur fundierten und empathisch geführten Rede befähigt. Diese beiden Pole verbinden sich auch in der Person des Preisträgers: „Der Dalai Lama ist ein Mensch, der wirklich etwas zu sagen hat. Die seit vielen Jahren täglich für mehrere Stunden praktizierte Meditation, das In-sich-hinein-hören, geht dem wohl voraus", weiß Kassel.

 

 

Bei der Frage nach der formalen Umsetzung dieser Gedanken hat nicht zuletzt die Tatsache, dass es sich um den GSA Global Award handelt, die Kugel als Grundform für diese Arbeit in den Fokus gerückt. Aber wie mittels einer Kugel, einer in sich so geschlossenen Form, die Wechselwirkung von Eindruck und Ausdruck, einem der wichtigen Merkmale einer Rede, transportieren?

 

Die Auseinandersetzung mit Nikolaus von Kues (Cusanus) und dem von ihm entwickelten „Globusspiel“ lieferte dafür wertvolle Impulse: In diesem Spiel bildet die Kugel die zentrale Form. Doch hat diese Kugel, die Erde symbolisierend, eine „Delle“, eine konkave Einbuchtung, welche eine weitere, transzendentale Ebene und ihren Einfluss anzeigt.

 

Diese Idee aufnehmend und weiter transformiert hat sich die Gestalt für die Arbeit dieses Preises gebildet. Eine Kugel, in die sich imaginär eine zweite, transzendentale Kugel mit identischem Durchmesser bis zum Mittelpunkt der dinglichen Kugel konkav einwölbt, transportiert den Gedanken von Eindruck und Ausdruck und assoziiert dabei ein Gefäß, eine Schale, eine Klangschale, je nach Sichtweise auch eine Satellitenschüssel.

 

Zunächst entstand nach entsprechenden Zeichnungen die Urform des Awards mit einem computergesteuerten Fräswerkzeug. Von dieser Form wurde dann ein Negativ abgenommen, das mit einem hochfesten feinen Spezialbeton ausgegossen wurde. Nach weiteren Schleifvorgängen konnte das Vergolden mit Hilfe von Blattgold beginnen und die Schrift eingebracht werden. Abschließend wurde der Award noch einmal geschliffen, mit einem Speziallack versehen und in mehreren Schritten außen matt und innen, in der konkaven Einwölbung, hochglanzpoliert.

 

Um alle Achsen drehbar, ist die Kugel auf drei niedrigen Säulen und einer kreisrunden flachen Scheibe variabel positioniert. Der Leitsatz „I am listening“, prägt zusätzlich den Award und dessen Bedeutung, denn Sprechen beginnt mit dem Hören. „Die ausstrahlende Kraft der vergoldeten Einbuchtung mit der Inschrift vermag beides zugleich: Sie drückt das Senden wie das Empfangen aus und soll nicht nur den Preisträger ehren, sondern auch dazu anhalten, auf das zu hören, was uns der Dalai Lama sagen möchte“, so der Künstler über seinen Entwurf. Fällt die Sonne auf die goldglänzende Innenfläche, geht eine enorme Energie und Kraft von dem Award aus.

 

Weitere Angaben zu Maßen, Material und genauer Ausführung unter http://www.hermann-j-kassel.de/works/81.



Zum Deutschen Rednerpreis