“Tell me lies, sweet little lies!” – Süße Lügen rund um Speaker-Honorare

Du bist schon seit einigen Jahren in der Weiterbildungsbranche und machst einen wirklich guten Job. Doch wenn Du mit Kolleginnen und Kollegen spricht, kommst Du Dir manchmal als Versager vor, denn alle anderen scheinen so viel mehr zu verdienen.
Mein Tipp: Lass Dich nicht verarschen!

Zum Thema Honorar habe ich in den letzten Jahren schon so viele Überraschungen erlebt. Stars der Szene, die angeblich für einen Vortrag über € 10.000 bekommen und nachweislich für weniger als die Hälfte auftreten. Andere erzählen von Festhonoraren und sind doch sehr flexibel. Und dann gibt es noch die Helden, die mit ihren riesigen Umsätzen prahlen und dabei kurz vor der Pleite stehen. Denn bei aller Selbstbeweihräucherung haben sie vergessen, dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist!

Diese fast schon hysterische Geld-Fixierung, die unsere Branche seit ein paar Jahren heimsucht, finde ich irritierend. In der Weiterbildung sollte es um die Frage gehen:  „Wieviele Menschen profitieren von meiner Arbeit?“ und nicht „Wieviel Profit mache ich? “ Der Fokus auf Profit ist eine Perversion des Lehrens. Und für alle Speaker sollte gelten: Investiere mehr Zeit in die Entwicklung Deiner Vorträge als in Deine Vermarktung! Wer wirklich etwas zu sagen hat und das auch noch souverän rüberbringt, kann sich über einen großartigen Lifestyle freuen!

Zum Schluss die Gretchen – Frage: Was kostet eine Schmielsche Keynote? Bevor ich die Antwort raushaue, muss ich eingestehen, dass ich mich mittlerweile nicht mehr selbst um meine Vermarktung kümmere und deshalb nichts mehr mit Honorar-
Verhandlungen zu tun habe. Mein Management verlangt für Keynotes € 5.900 zu züglich Hotelbuchung durch den Auftraggeber plus eine Reisekostenpauschale in Deutschland von € 390 zuzüglich 19% Mehrwertsteuer! Klingt gut, doch die Wahrheit ist, dass ich rund 10mal im Jahr ohne Honorar auftrete und mich im Sommerloch über jeden Job mit mindestens € 3.000 freue. Und manchmal habe auch ich mehrere Wochen keine Vortragsbuchungen, das nenne ich dann offiziell “Urlaub”!

By |2018-07-25T10:42:29+00:0015. Mai 2018|

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Rolf Schmiel

One Comment

  1. Vivienne Dübbert 22. Mai 2018 at 10:57 - Reply

    Fantastisch, vielen Dank für diesen sehr ehrlichen und notwendigen Beitrag, lieber Rolf. Du sprichst mir aus der Seele! Bei all den Diskussionen und dem Getöse darüber, dass das Honorar nicht hoch genug sein kann, geht der Kern und das Wesentliche verloren, nämlich Menschen zu inspirieren, sie im Herzen zu berühren und unsere Leidenschaft mit ihnen zu teilen. Und das als Win Win Situation für ALLE Beteiligten.

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