Humortechniken für Speaker Folge 67: Witze über Witze

24.02.2018 - 09:56

Neue Humortechnik von GSA Vizepräsident Michael Rossié, CSP

 

 

 

Ein Speaker geht um die Ecke. Was fehlt? Der Witz.

 

 

 

Da das Witze erzählen schon eine sehr lange Tradition hat und die meisten Formelwitze dem Zuhörer gut bekannt sind, entwickeln sich dann mit der Zeit sogenannte Metawitze, also Witze, die sich über Witze lustig machen. Bei Röhrich werden sie Pointenkillerwitze genannt. Er gibt das folgende Beispiel (Lutz Röhrich, Der Witz, S.116)

 

Kennst Du den Witz von der Frau, die eine Schere verschluckt hat, und der Ehemann sagt zu ihr: "Macht nichts, ich kauf dir eine neue"? - "Nee, erzähl doch mal!"

 

Es gibt viele Witze, die sich über sich selbst lustig machen.

 

Das einzige, was Adam wiedererkennen würde, wenn er auf die Welt käme, wären die Witze. (Oswald Neuberger, Was ist denn da so komisch, S.16)

 

Ein Geschäftsreisender kommt in einen heftigen Sturm und bleibt an einer kaputten Brücke liegen. Er lässt sein Auto stehen und geht zur nächsten Farm. Ein alter Mann öffnet die Tür.
"Kann ich hier übernachten?", fragt der Geschäftsmann.
"Aber sicher", antwortet der Farmer, "aber Sie müssen sich mit meinem Sohn das Bett teilen."
"Mit Ihrem Sohn?" "Richtig!"
"Entschuldigen Sie", sagt der Geschäftsmann, "ich muss im falschen Witz sein."

 

Der Geschäftsreisende, der um Quartier bittet und der Tochter des Hauses begegnet, ist ein im englischsprachigen Raum sehr bekannter Formelwitz mit vielen Variationen: Der Inhalt ist meist sexuell. Ein typischer Witz dieser Kategorie ist der Folgende.

 

Ein Geschäftsreisender übernachtet im Haus eines Farmers und teilt das Bett mit der kleinen Tochter des Hauses. Sie schaut ihm beim Ausziehen zu und fragt, was sein Penis bedeutet. "Ach, das ist mein Püppchen!" Am nächsten Morgen fragt er sie: "Na, wie hast du denn geschlafen?" Sie sagt: "Ich habe nicht geschlafen. Ich habe die ganze Nacht mit deinem Püppchen gespielt. Aber es ist komisch. Ich habe es angefasst, da hat es sich aufgesetzt, dann ist es aufgestanden, dann hat es sich übergeben, und dann ist es ohnmächtig geworden. (Gershon Legman, Der unanständige Witz, S.105)

 

Wenn man diese Art von Witzen kennt, dann ist der Witz, in dem der Geschäftsmann mit einem Jungen übernachten soll, komisch.

 

"Fliege, da ist ein Ober in meiner Suppe."

Das ist nur komisch, wenn man die Herr-Ober-Witze auch kennt.

 

"Kennst du den Unterschied zwischen einem Steinway-Flügel und einem Klosett?" - "Nein." - "Na, dann solltest du aber verdammt aufpassen, wenn du dir mal ein Klavier kaufst."

 

Auch die "Kennst-du-den-Unterschied-Witze" sind sehr verbreitet und nur, wenn ich dieses Format kenne, antworte ich auf diese Frage mit einem "nein" und der Witz funktioniert.

 

"Warum heiraten rothaarige Frauen allemal so stille, schlappe Männer?“ Sie tun es ja gar nicht.

 

"Ich will ihnen was zu raten geben: Das erste is a Vogel, das zweite ist a Waffenrock, und das Ganze ist ein Österreichischer Dichter."

"Nun, was soll das sein?"

"Grillpanzer"

"Was für ein Unsinn, der heißt doch Grillparzer!"

"Na, und ist denn Grill ein Vogel?"

Was lebt, ist grün, es gibt es überall auf der Welt und es hat 17 Beine? - Gras. Das mit den 17 Beinen war gelogen.

 

Wenn Sie jetzt wirklich überlegt haben, sind Sie reingefallen.

 

Was ist das? Es ist groß, gelb, steht unter dem Baum und kann nicht hinauf? Ein Postauto.

 

Nur wenn ich etwas Ausgefallenes, Schräges, Komisches erwarte, geht meine Erwartung hier ins Leere und ich lache.

 

Ein Priester, ein Rabbi und einen Nonne kommen in eine Kneipe, und der Wirt sagt: "Soll das ein Witz sein?"

 

Die Einleitung klingt eben wie ein typischer Anfang eines Witzes.

 

Ich habe fünf Schwestern. Die heißen alle Eva. Außer Ute, die heißt Ricarda.

 

Eine Menge Scherzfragen beginnen mit einer Geschichte, in der eine bestimmte Anzahl von Brüdern oder Schwestern vorkommt.

 

  

ÜBUNG

Jetzt nehmen wir einfach drei Formelwitze und versuchen, nicht witzig zu sein. Machen Sie den Witz, der möglicherweise entstehen könnte, einfach kaputt.

a) Was ist der Unterschied zwischen einem Speaker und einem langweiligen Hörbuch?

b) Was ist der Unterschied zwischen einem Speaker und einer Schönheitskönigin?

c) Warum fressen Kannibalen keine Speaker?

d) Sagt der Agent zum Speaker. "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich."

 

 

Es gibt Speaker, die sind so clever, die verabreden sich mit einer Gruppe von Kollegen, um zur selben Zeit bei amazon ihr eigenes Buch zu bestellen. Und das nur, damit es in die Bestenliste kommt.

 

Das wäre ein Witz, wenn es nicht so wahr wäre.

 

Zu Beginn des Jahrhunderts wurde ein junger Rabbi nach Abschluss seiner Studien von seiner Talmudschule auf der Lower East Side in New York ausgesandt, um der erste Rabbi einer Gemeinde in Alaska zu werden. Sein alter Lehrer sagt ihm Lebewohl, gab ihm seinen Segen und sprach: "Mein Sohn, denke immer daran: Das Leben ist wie eine Tasse Tee." Der junge Rabbi ging nach Alaska und hatte dort viel zu tun, aber immer wieder musste er an die Worte seines Lehrers denken und fragte sich dann, was dieser Satz wohl bedeuten mochte. Nach sieben Jahren gab ihm seine Gemeinde Urlaub. Er ging nach New York zurück, besuchte die alte Schule und ging zu seinem alten Lehrer. "Ich wollte Euch das immer schon fragen", sagte er. "Als ich die Schule verließ, als Ihr mir Euren Segen gegeben habt, da habt Ihr gesagt: "Das Leben ist wie eine Tasse Tee!" â€.“ "Das Leben ist wie eine Tasse Tee?", sagt der alte Mann. "Das habe ich gesagt?" "Ja, das habt Ihr gesagt: Das Leben ist wie eine Tasse Tee. Sagt mir, Rebe, was habt Ihr damit gemeint?" Der alte Mann dachte eine Weile nach, und dann sagte er: "Nu, vielleicht ist das Leben nicht wie eine Tasse Tee."

 

 

LÖSUNGSVORSCHLÄGE

Das ist mir eingefallen:

a) "Kennst du den Unterschied zwischen einem Speaker und einem langweiligen Hörbuch? - Ich auch nicht."

b) "Kennst du den Unterschied zwischen einem Speaker und einer Schönheitskönigin? Nein? Dann würde ich beim Flirten aber aufpassen."

c) "Warum fressen Kannibalen keine Speaker?" "Stimmt ja gar nicht."

d) Sagt der Agent zum Speaker: "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich. Die gute ist, du hast 12 Auftritte im Januar. Und die schlechte Nachricht: Das stimmt nicht."

 

 

Menschen, die zu viele Glühbirnenwitze erzählen, brennen aus.

 

Ein Mann verbringt mit seiner Frau den Sommerurlaub am See. Er geht jeden Tag angeln, und eines Tages entscheidet sich seine Frau, ihn zu begleiten. Er rudert in die Mitte des Sees und seine Frau spielt mit der Hand im Wasser. Plötzlich zieht sie ihre Hand aus dem Wasser und schreit: Ich habe meine Hochzeitsring verloren. An der Stelle war es viel zu tief, um dort zu tauchen und da sie nichts anderes tun konnten, ruderten die zwei zurück. Trotzdem angelte der Mann jeden Tag weiter und fing zwei Tage später einen riesigen Hecht. Am Abend servierte der Hotelkoch ihnen den Hecht dann zum Abendessen. Die Frau hatte kaum angefangen zu essen, als sie auf etwas Hartes beißt. Was war das? - Eine Gräte.

 

Ein Mann sitzt zu Hause, als ihm ein Flaschengeist erscheint. "Was ist dein dritter Wunsch?", fragt der Geist. "Moment mal!", sagt der Mann. "Wieso fragst du mich nach meinem dritten Wunsch, wenn ich noch keinen ersten und zweiten geäußert habe?" "Dir wurden schon zwei Wünsche erfüllt", antwortet der Geist, "aber dein zweiter Wunsch war, dass alles wieder so ist wie vorher!" "Ok", sagt der Mann, "ich glaube eh nicht an solch einen Unsinn. Mein dritter Wunsch ist, dass Frauen mich unwiderstehlich finden." - "Komisch", sagt der Flaschengeist als er sich in Luft auflöst, " das war auch dein erster Wunsch..."

 

Ein Veranstalter sucht einen Speaker für seine Veranstaltung. Er ruft den ersten an. Der erzählt ihm, er sei CSP, habe zweihundert Veranstaltungen im Jahr und verkaufe auf jeder Veranstaltung 150 Bücher, weil die Leute so begeistert sind. Der Veranstalter verspricht, ihn zu buchen, will aber erst noch mit zwei anderen Speakern sprechen. Er ruft den zweiten an. Der ist CSP, Speaker of the year, und ist in der Hall of Fame der GSA. Er hat 250 Vorträge im Jahr, verkauft 100 000 Bücher im Jahr und hält den Rekord im Besuch von Talkshows im Deutschen Fernsehen. Der Veranstalter ist begeistert. Das Engagement ist nur eine Formsache. Er hat aber noch einem anderen Speaker versprochen, dass er ihn anruft und das will er noch kurz tun. Er ruft also den dritten Speaker an. Der ist schlecht gelaunt am Telefon, will deutlich mehr Gage als die anderen beiden, eine eigene Garderobe, Flug 1.Klasse, eine eigene Hostess und einen S-Klasse Mercedes, der ihn vom Flughafen abholt. Außerdem schimpft er eine Viertelstunde auf all die anderen Idioten, die sich Speaker nennen, aber keine Ahnung haben, wie man ein Publikum an der Nase herumführt. 

Den hat der Veranstalter natürlich nicht genommen! (nach einer Idee aus Reiner Foerst, Wie der Lachreiz entsteht, S.142. Hier ist es ein Musikervorspiel.)

 

E N D E

 

 

 

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