Humortechniken für Speaker Folge 65: Pendelgeschichten

19.10.2017 - 10:37

Jeden Monat eine Humortechnik von GSA Vizepräsident Michael Rossié, CSP

Treffen sich zwei Speaker. Sagt der eine: „Ich hatte letzte Woche einen sehr gut bezahlten Vortrag!“„Das ist doch wunderbar!“, antwortet der andere. „So wunderbar nun auch nicht!“ Es ist niemand gekommen“. „Das ist ja schrecklich.“ – „So schrecklich nun auch nicht, er wurde voll bezahlt.“ – „Das ist doch herrlich!“ – „Herrlich ist anders. Ich muss ihn zwei Monate später nochmal halten.“ – „Wie ärgerlich!“ – „Na, ärgerlich ist anders. Sie haben ihn auch das zweite Mal voll bezahlt!“ – „Na, toll!“ –„Von wegen toll, sie sagen deswegen einem andern Speaker ab.“ – „Wie gemein!“ – „So gemein auch nicht, der andere hat noch keinen Vertrag.“ – „Mein Gott, der wäre sicher sauer geworden.“ – „Wäre ist gut. Der ist doch trotzdem sauer.“ – „Das glaube ich nicht!“ – „Der Vortrag, der ausfällt, wäre deiner gewesen!“ – „Du Arschloch!“

 

Die Technik in diesem Kapitel heißt Pendeltechnik. Den Begriff habe ich aus dem wundervollen Buch von Evan Esar (The humor of humor). Und er liefert dazu eine Fülle von Beispielen. Die nächsten drei Witze sind von ihm:


Eine Witwe will ihren Diener heiraten, fragt einen Geistlichen. „Ich bin ja noch nicht zu alt!“, sagt sie. „Dann heirate ihn!“, sagt der Geistliche. „Aber die Leute werden sagen, er ist zu jung für mich!“ „Dann heirate ihn nicht!“  „Aber er könnte mir auch im Laden helfen!“ „Dann heirate ihn!“  „Aber vielleicht wird er mich betrügen!“ „Dann heirate ihn nicht!“ „Auf der anderen Seite wird eine Witwe ohne Schutz an ihrer Seite ganz sicher betrogen!“ „Dann heirate ihn.“


In der einfachsten Form sieht diese Witzart so aus:

Ein Hund ist ein Tier, das als Haustier gehalten werden kann oder nicht, dass als Jagdhund gehalten werden kann oder nicht und dass das Haus bewachen kann oder eben nicht.

Frau und Mann unterhalten sich. Sagt er: „Hast du von dem Mann gelesen, der aus einem Flugzeug nach Chicago gefallen ist?“ Sie antwortet: „Wie furchtbar!“ „Ja, aber ein Heuhaufen war direkt unter dem Flugzeug!“ „Was für ein Glück!“ „Ja, aber eine Heugabel guckte direkt aus dem Heuhaufen.“ „Wie furchtbar!“ „Ja, aber er hat die Heugabel verfehlt.“ „Was für ein Glück!“ „Ja, aber er hat auch den Heuhaufen verfehlt.“

 


ÜBUNG
Den Speaker mit dem Kollegen hatten wir schon. Nehmen wir jetzt den Speaker und seinen Agenten. Denken Sie sich ein Gespräch aus, das zwischen Bedauern und Bewunderung immer hin und her geht. Zur Übung genügen uns vier Repliken.
a)
b)
c)
d)

 

Zwei alte Freunde treffen sich wieder. „Wie geht es dir, mein Freund?“, sagt der eine. „Ganz gut“ antwortet der andere. „Ich habe geheiratet, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“ „Das sind gute Nachrichten!“ „Nicht ganz so gut. Ich habe das zänkischste Weib geheiratet, das du dir vorstellen kannst.“ „Wie ärgerlich!“ „Gar nicht ärgerlich. Sie hat eine halbe Million Euro mit in die Ehe gebracht.“ „Wunderbar. Das sollte dich sanieren.“ „Nicht ganz. Ich habe das Geld in Schafen angelegt. Und die sind alle gestorben.“ „Du bist wirklich ein Unglücksrabe!“ „Gar nicht. Ich habe für die Felle genauso viel bekommen wie mich die Schafe gekostet haben.“ „Dann hast du keinen Schaden.“ „Doch, das Haus, in dem die Banknoten waren, ist abgebrannt.“ „Wir furchtbar!“  „Gar nicht furchtbar. Meine Frau war auch in dem Haus.“

 


LÖSUNGSVORSCHLÄGE
Mir ist folgender Dialog eingefallen: Trifft ein Speaker seinen Agenten. Sagt der Agent:

a) "Ich habe letzte Woche die Key-note von Rheto Rik gehört. Ich war echt beeindruckt." "Jaaa, der ist ganz nett."
b) "Na so nett auch nicht. Den nehme ich nicht in meine Kartei auf." "Ich mag ihn auch nicht."
c) "Aber er wurde gerade über mich gebucht." "Na, so ein Glück."
d) "Von wegen, die werden sich hinterher beschweren." "Das ist jetzt echt blöd."


Ich habe mir eine Herde Schafe gekauft. - Das ist gut - So gut auch wieder nicht. Die Schafe sind an einer Krankheit gestorben. Das ist schlecht. So schlecht auch wieder nicht. Denn die Versicherung hat mir tausend Dollar dafür bezahlt. Das ist aber gut. So gut auch wieder nicht. Und so weiter... (Götz Meckel)


„Hände hoch. Geld oder Leben?“
„Ich gebe Ihnen das Geld, wenn Sie mir die Pistole geben!“
„Ok, her mit dem Geld!“
„Hier ist das Geld!“
„Hier ist die Pistole!“
„Und nun Hände hoch und wieder her mit dem Geld!“
„Aber zuerst sollten Sie Kugeln für die Pistole kaufen!“

 

Sitzen zwei Fahrgäste in der U-Bahn. Sagt der eine: Ich war gerade auf einem Wissensforum und habe jede Menge langweiliger Vorträge gesehen.“ – „Sie Armer!“, antwortet der andere. „Arm nun auch wieder nicht. Hat alles meine Firma gezahlt.“ – „Sie Glücklicher!“ – „Glücklich wäre zu viel gesagt, mir schwirrt der Kopf!“ – Mein Gott, Sie Ärmster!“ – „So schlimm ist es nicht! Ich habe auf dem Wissensforum den Hauptgewinn gezogen.“ – „Wow, gratuliere. Da freuen Sie sich sicher.“ – „Freuen ist übertrieben, ich habe eine Eintrittskarte fürs nächste Jahr gewonnen.“ – Ach wie blöd!“ – „Gar nicht blöd. Im nächsten Jahr schicke ich meine Frau! Dann hat sie wirklich mal Kopfschmerzen!“


E N D E

 

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