Humortechniken für Speaker – Folge 75: Zirkuläre Witze

von GSA-Vizepräsident Michael Rossié, CSP

Es ist ein Teufelskreis. Wenn ich keine Werbung mache, habe ich keine Aufträge als Speaker. Und wenn ich Aufträge als Speaker habe, dann sind die keine Werbung für mich.

Die zirkulären Witze treiben einen ziemlichen Aufwand, um dann genau da zu landen, wo man angefangen hat.

Ein Trapper hat sich in den tiefsten Wäldern von Kanada eine Blockhütte gebaut und hackt gerade Holz für den Winter. Kommt ein alter Indianer vorbei. Der Trapper denkt an die Wetterfühligkeit der alten Naturvölker und fragt: „Wie wird denn der Winter?“ Der Indianer sagt: „Winter wird kalt“. Der Trapper hackt sein Holz weiter. Nach einer Woche kommt wieder der Indianer vorbei und der Trapper fragt: „Wie wird denn der Winter?“. Der Indianer sagt: „Winter wird sehr kalt.“ Also legt sich der Trapper ins Zeug und hackt ordentlich viel Holz. Nach einer Woche kommt wieder der Indianer und der Trapper fragt: „Wie wird denn der Winter?“ Der Indianer sagt: „Winter wird sehr, sehr kalt.“ Der Trapper hackt wie wild sein Holz. Als der Indianer eine Woche später wieder kommt, fragt der Trapper abermals: „Wie wird denn der Winter?“ Antwortet der Indianer: „Das wird der kälteste Winter seit Menschengedenken.“ Fragt der Trapper: „Woher weißt du das eigentlich?“ Antwortet der Indianer: „Ganz einfach: altes indianisches Sprichwort sagt, wenn der weiße Mann Holz hackt, wird der Winter sehr kalt‘.“

Warum studieren? Je mehr wir wissen, desto mehr vergessen wir. Je mehr wir vergessen, desto weniger wissen wir. Je weniger wir wissen, desto weniger vergessen wir. Je weniger wir vergessen, desto mehr wissen wir. Warum studieren?
(Even Esar)

„Ich war mit einem blinden Freund von mir spazieren“, erzählt Albert Einstein. „Es war heiß und ich habe den Vorschlag gemacht, ein Glas Milch zu trinken.“
„Milch?“, fragt der Freund. „Ich weiß, was ein Glas ist, aber was ist Milch?“ „Eine weiße Flüssigkeit“, erklärt Einstein. „Flüssigkeit verstehe ich“, sagt der Blinde, „Aber was ist weiß?“ „Die Farbe von Schwanenfedern“, antwortet Einstein. „Federn verstehe ich“, sagt der Blinde, „aber was ist ein Schwan?“ „Ein Vogel mit gebogenem Hals!“ „Hals verstehe ich“, sagt der Blinde, „aber was bedeutet gebogen?“ Einstein nimmt seinen Arm und streckt ihn: „Das ist gestreckt“, sagt er. Dann beugt er den Arm und sagt: „Und das ist gebogen!“ „Oh“, ruft der blinde Mann aus, „jetzt weiß ich, was Milch ist.“

Eine berühmte Geschichte in der amerikanischen Witz-Literatur:

Ein Indianer fragt einen Geschäftsmann: „Wenn ich Sie richtig verstehen, so schlagen Sie vor, dass ich mich den modernen Zeiten öffne und anfange zu arbeiten.“ „Das ist die Idee!“, antwortet der Geschäftsmann. „Dann werden Sie mir erklären, meine Methoden zu vereinfachen und Dinge zu erfinden, die mir die Arbeit erleichtern.“ „Genau!“ „So werde ich reich und brauche nicht mehr zu arbeiten.“ „Natürlich!“ „Aber wieso das alles, wenn ich genau das jetzt schon tue?“

ÜBUNG
Jetzt nehmen Sie das Schema von diesem Indianer-Witz und übertragen es auf ein Gespräch zwischen zwei Speakern. Die ersten beiden Zeilen gebe ich Ihnen vor:
a) Wenn ich nur so viel Geld für einen Vortrag bekäme wie Hans-Uwe Köhler!
Und dann?

Es gibt auch die Variante, dass der Kreis sozusagen eine Linie ist. Wir könnten sie als lineare Witze bezeichnen. Das Prinzip ist dasselbe.

Eine Frau besucht einen Malkurs. Sie hängt ihre Bilder an die Wände, aber jetzt sehen die Teppiche billig aus. So kauft sie neue Teppiche. Aber jetzt sehen die Möbel billig aus und sie kauft neue Möbel. Nun sieht der Bungalow billig aus und sie zieht in ein exklusives Penthouse um. Jetzt sieht ihr Ehemann billig aus, also lässt sie sich scheiden und heiratet ein Mitglied der High society. Aber jetzt hat sie sich verrannt. Neben ihrem neuen Ehemann sieht sie billig aus.

Tut mir leid, dass gestern meine zwei Küken durch den Gartenzaun geschlüpft sind und Ihren Samen aufgepickt haben. Halb so schlimm, meine Katze hat dafür heute Ihre Küken gefressen. Dann ist ja alles in Butter. Ich habe gerade Ihre Katze überfahren.

1. Januar Gesucht: Kassierer, Deutsche Bank!
2. Januar Bekanntmachung: John Smith wird Kassierer bei der Deutschen Bank.
3. Januar Gesucht: John Smith

LÖSUNGSVORSCHLÄGE
Ich habe das Gespräch jetzt mal ein bisschen weitergedacht, wobei der zweite Gesprächspartner immer dasselbe sagt.
Wenn ich nur so viel Geld für einen Vortrag bekäme wie Hans-Uwe Köhler!
Und dann?
Dann würde ich viel Geld in Coaching investieren.
Und dann?
Dann würde ich alle Bücher lesen, die es über Verkaufen gibt.
Und dann?
Dann würde ich hart an mir arbeiten.
Und dann?
Dann würden meine Vorträge immer besser werden.
Und dann?
Dann wäre die Leute von mir total begeistert.
Und dann?
Dann bekäme ich so viel Geld für einen Vortrag wie Hans-Uwe Köhler.

Ein Mann will im Krankenhaus zum Arzt. Plötzlich sieht er zwei Türen. Auf der einen steht „männlich“ auf der anderen steht „weiblich“. Er geht durch „männlich“. Und er sieht wieder zwei Türen. Auf der einen steht „über 21“ und auf der anderen „unter 21“. Er geht durch „über 21“. Dann kommen wieder zwei Türen: „Verheiratet“ und „Nicht verheiratet“. Er geht durch „verheiratet“ und findet wieder zwei Türen: „Sozialist“ oder „Konservativer“. Er geht durch die Tür „Konservativer“… und steht wieder auf der Straße.

Trainer wird Speaker.
Speaker zahlt für Auftritt.
Speaker tritt auf.
Speaker fällt durch.
Speaker bucht Coaching.
Speaker bezahlt Agenten.
Speaker wird Top-Speaker.
Top-Speaker zahlt noch mehr für Auftritt.
Top-Speaker tritt auf.
Top-Speaker fällt durch.
Speaker wird Trainer.

E N D E

By |2019-03-21T13:18:18+00:0021. März 2019|

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Michael Rossié, CSP

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